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krankhaftes Übergewicht

Chirurgische Behandlung von krankhaftem Übergewicht (Morbide Obesitas bzw. Adipositas)

Fettsucht (Adipositas) bedeutet nichts anderes als eine übermässige Vermehrung oder Bildung von Fettgewebe. Man unterscheidet verschiedene Schweregrade der  Adipositas. In dieser Informationsschrift wird nur auf die krankhafte Adipositas (morbide Obesitas) eingegangen, welche eine chirurgische Behandlung unter gewissen Voraussetzungen erst nötig macht. Im Folgenden verwenden wir dafür den Begriff ‘Adipositas’.

Ursache der Adipositas

Die genaue Ursache der Adipositas ist bis heute nicht bekannt. Es handelt sich um ein sehr  vielschichtiges  Krankheitsbild. In den allerwenigsten Fällen besteht, wie heutzutage fälschlich oft noch angenommen, eine ‘Drüsenfunktionsstörung’ (z.B. Schilddrüsen-Unterfunktion). Diese ausserordentlich seltenen Ursachen der  Adipositas müssen selbstverständlich im Rahmen der Vorabklärungen ausgeschlossen werden, da diese medikamentös und nicht chirurgisch behandelt werden.

Bei den allermeisten Fällen von krankhaftem  Übergewicht handelt es sich  um eine sehr komplexe Erkrankung. Es besteht weder eine Charakter-  noch um eine Willensschwäche. Der immer wieder gehörte  (gut gemeinte?) Ratschlag, man solle sich doch  endlich zusammennehmen und weniger essen, ist nicht nur unsinnig sondern auch ungerecht . Adipöse Menschen sind krank, nicht faul oder willensschwach. Mit diesen Vorurteilen sollte endlich einmal aufgeräumt werden!

Ursächlich beteiligt an krankhaftem Übergewicht scheinen genetische (vererbte) und hormonelle Faktoren zu sein, ebenso Umwelteinflüsse, die Stoffwechselsituation sowie auch das Ausmass körperlicher   Aktivität.

Diese Information richtet sich an Patientinnen und Patienten, die an einer krankhaften Adipositas leiden und prinzipiell nur noch von einer chirurgischen Therapie langfristig profitieren. Diese Menschen haben alle jahrzehntelang, unter grössten Strapazen und Entbehrungen sowie meistens auch hohem finanziellen Aufwand, alle erdenklichen Versuche zur Reduzierung ihres Gewichtes unternommen. Ein ständiges Auf und  Ab auf der Waage ist die Folge, wobei die Gewichtszunahme  fatalerweise immer etwas höher ausfällt als die Gewichtsreduktion. Diesen Effekt nennt man Jojo-Effekt und ist den allermeisten ‘Dicken’ nur allzu gut  bekannt.

Krankhafte Fettsucht (morbide Obesitas oder Adipositas)

Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein international anerkanntes Mass zur Quantifizierung des Übergewichts. Ab einem BMI von 40 spricht man von krankhafter Adipositas. Der BMI errechnet sich  durch das Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergrösse in Metern im Quadrat:

 

                                         Gewicht (kg)

BMI (Rechner öffnen)= -----------------------------

                                         Körpergrösse (m) 2

 

Ziel

Praktisch alle Patienten, die in unsere Sprechstunde kommen, haben schon unzählige Versuche unternommen, ihr Gewicht zu reduzieren (div. Diäten, Modifast, Weight-Watchers, Appetitzügler, Hypnose- und Akupunkturtherapie etc.) Die Liste könnte beliebig erweitert werden. Kurzfristig können die meisten Patienten Gewicht abzubauen, langfristig gelingt dies kaum jemandem. Es  kommt bei nahezu allen Patienten zu dem  oben bereits beschriebenen Jojo-Effekt. Dieser Jojo-Effekt ist erwiesenermassen gefährlich, da ständige Gewichtsveränderungen (Abnehmen Zunehmen) mit einem höheren  Erkrankungs- und Sterblichkeitsrisiko verbunden ist als ein konstantes und gleichbleibendes moderates Übergewicht !

Das Ziel des chirurgischen Eingriffes besteht nicht nur in einer langanhaltenden Gewichtsreduktion sondern v.a. in der Verminderung der durch das Übergewicht verursachten gefährlichen Begleiterkrankungen (Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechsel, Schlafapnoe-Syndrom, Gelenkbeschwerden etc.). Im optimalen Fall können dies eliminiert werden und so  zu einer massiven Verbesserung der Lebensqualität und Verringerung des Sterblichkeitsrisikos führen.

Chirurgische Möglichkeiten

Es bestehen diverse Operationsverfahren, die entweder die  Nahrungsaufnahme selbst (z.B. durch ein Magenband) und/oder die Aufnahme der Nahrung im Magendarmkanal einschränken (z.B. durch Umgehungsoperationen) oder eine Kombination dieser Verfahren. Das laparoskopische  Gastric-Banding (Magenband) ist die einzige Operationsmethode, bei welcher  die Anatomie des Magens sowie des Magen-Darm-Traktes  unangetastet bleibt und somit als einziges Verfahren problemlos rückgängig gemacht werden kann (und dies erst noch auf laparoskopischem Weg). Alle anderen Techniken führen zu tiefgreifenden Veränderungen der Anatomie des Magen-Darm-Traktes und gelegentlich auch zu Mangelerscheinungen. Die Erfahrung zeigt, dass nur durch ausführliche interdisziplinäre Vorabklärungen und eine genaue Aufklärung  die für den Patienten optimale Operationsmethode eruiert werden kann.

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