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Schlauchmagen
 

Neben den etablierten Operationsverfahren zur Gewichtsreduktion (v.a. Magenband- und Magenbypass-Operation) wird seit ca. drei Jahren eine neue Operationstechnik durchgeführt.


Es handelt sich dabei um eine drastische Verkleinerung des Magens (normales Füllvolumen ca. 1,5-2 Liter) auf ein Restvolumen von ca. 60-120 ml. Der Restmagen sieht aus wie ein Schlauch, der von der Speiseröhre bis zum Zwölffingerdarm (oberster Teil des Dünndarmes) reicht

 

Der Eingriff hat zwei entscheidende Veränderungen zur Folge:

Einerseits handelt es sich um ein sog. restriktives Verfahren mit massiver Verkleinerung des "Magenreservoirs". Dementsprechend vermindert sich die Nahrungsaufnahme und das Sättigungsgefühl ist rascher erreicht. Somit verringert sich auch die Kalorienaufnahme.

Andererseits wird durch die Entfernung des grössten Teils des Magens (v.a. des obersten Anteiles, des sog. Magenfundus) die Produktion eines appetitanregenden Hormons reduziert. Es handelt sich um das. sog. Ghrelin (Growth Hormone Release Inducing), einem "Hungerhormon", welches vorwiegend im Magen gebildet wird.


Bei Hunger steigt der Ghrelinspiegel im Blut an, was den Appetit anregt. Nach dem Essen sinkt der Blutspiegel von Ghrelin wieder ab.

Durch die Verkleinerung des Magens verringert sich die Ghrelinproduktion. Die hat den positiven Effekt, dass sich das Hungergefühl insgesamt verringert und sich ein schnelleres Sättigungsgefühl beim Essen einstellt.

Wie erwähnt, wird dieser Eingriff erst seit 2006 bei geeigneten Patienten durchgeführt. Es fehlen also noch Langzeitresultate, sowohl was eine langfristige Gewichtsabnahme als auch die Langzeitfolgen betrifft.


Gemäss den bisherigen Studien und Kurzzeitresultaten handelt es sich aber um eine sehr erfolgversprechende Alternative zu den anderen chirurgischen Verfahren. Der durchschnittliche Gewichtsverlauf ist besser als beim Magenband. Der Eingriff ist mit sehr geringen Komplikationen behaftet und dauert ca. 45-90 Minuten. Er kann als Ersteingriff oder auch nach einem "Magenbandversagen" durchgeführt werden. Falls nötig, kann ein Schlauchmagen später problemlos zu einem Magenbypass oder einem sog. Duodenal-Switch umgewandelt werden.

Die Sleeve-Gastrektomie als solches kann aber nicht rückgängig gemacht werden, weil der grösste Teil des Magens bei dem Eingriff entfernt wird.


Nach einem solchen Eingriff sind, wie bei allen anderen chirurgischen Verfahren zur Gewichtsreduktion, regelmässige ärztliche Nachkontrollen (inkl. Kontrolle des Vit.B12-Spiegels im Blut) notwendig. Ferner müssen gewisse Ernährungsvorschriften eingehalten werden, da es ansonsten wieder zu einem Gewichtsanstieg kommen kann.


Nach unserer bisherigen Kurzzeiterfahrung mit der laparoskopischen Sleeve-Gastrektomie handelt es sich um einen relativ kleinen, wenig belastenden und schnell durchzuführenden Eingriff mit sehr guter Gewichtsreduktion und starker Abnahme des Hungergefühls.

Der Spitalaufenthalt beträgt ein bis drei Tage. Die Kostengutsprache für die Operation wird von der Krankenkasse erteilt, sofern die Bedingungen (BMI, allfällige Begleiterkrankungen, Alter usw.) gemäss Krankenleistungsverordnung (KLV) erfüllt sind.

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