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Magenband

Behandlung der Adipositas durch das laparoskopisch implantierbare Magenband 

Magenband

Kriterien für eine Magenbandoperation 

Die chirurgische Magenbandoperation ist gemäss Vorlage der Krankenversicherer erst ab einem BMI von 40 angezeigt. Zusätzliche Voraussetzung für eine Magenbandoperation zur Gewichtsreduktion ist eine mindestens 2-jährige, unter ärztlicher Anleitung und Kontrolle durchgeführte diätetische Therapie. Von entscheidender Bedeutung ist die Bereitschaft, die Essgewohnheiten langfristig und drastisch zu ändern und an den eminent wichtigen ärztlichen Nachkontrollen teilzunehmen. Die von den meisten Krankenkassen akzeptierte Patientengruppe liegt zwischen 18-65 Jahren. Bei Patienten ausserhalb dieser Altersgruppe wird eine chirurgische Behandlung der Adipositas sehr restriktiv gehandhabt und nur unter ganz speziellen Voraussetzungen übernommen. Diese Voraussetzungen gelten bei auch für alle anderen chirurgischen Verfahren zur Gewichtsreduktion (z.B. Magenbypass, Schlauchmagen).

Laparoskopisches Gastric-Banding

Das regulierbare Magenband wird auf laparoskopischem Wege in Narkose um den obersten Anteil des Magens gelegt. Der Magen wird so sanduhrförmig in 2 Teile aufgeteilt, einen kleinen oberhalb des Bandes mit max. 15 ml Inhalt und den grossen Rest unterhalb des Bandes. Die Passage durch das Band kann vom Chirurgen durch Anstechen und Füllen des unter dem linken Rippenbogen liegenden Injektionsreservoirs vergrössert oder verkleinert werden. Diese Anpassung kann ohne jegliche Anästhesie ambulant durchgeführt werden. Der Effekt der Operation besteht in der Verringerung der Aufnahme (fester) Speisen und einem schnellen Sättigungsgefühl.

Operation



Im allgemeinen wurden sämtliche Vorabklärungen ambulant durchgeführt, ein Kostengutsprachegesuch an die Krankenkasse eingereicht und Ihr schriftliches Einverständnis zur Operation eingeholt. Deshalb erfolgt der Eintritt in die Klinik erst einige Stunden oder am Vortag vor der geplanten Magenbandoperation. Die Operation selbst wird in Vollnarkose auf laparoskopischem Wege durchgeführt. Die Operationsdauer beträgt zwischen 30-60 Minuten, kann jedoch je nach Gegebenheiten variieren.

Bereits am Abend des Operationstages dürfen Sie wieder schluckweise Tee, stilles Wasser und Bouillon trinken. Am 1. Tag nach der Operation wird eine Röntgenkontrolle mit Kontrastmittel durchgeführt, um sicherzugehen, dass das Band korrekt liegt und keine Leckagen bestehen. Die meisten Patienten verlassen die Klinik bereits am Tag nach der Operation, spätestens aber nach 2 Tagen.

Wichtiges zur Magenbandoperation

Für den Erfolg der Operation und um eine drastische und langanhaltende Gewichtsabnahme zu erzielen, ist es absolut notwendig, sich 100%ig an die Ernährungsvorschriften und Verhaltensmassregeln zu gewöhnen und diese strikt einzuhalten. Wir möchten betonen, dass die Implantation eines Magenbandes allein ohne weitere Massnahmen, nicht zu einer Gewichtsreduktion führt. Das Band dient lediglich der Verkleinerung Ihres Magens und muss somit als reine “Fressbremse” betrachtet werden. Sämtliche Flüssigkeiten (also auch kalorienhaltige !) passieren das Band völlig uneingeschränkt. Dies bedeutet, dass Sie bei übermässigem Genuss von kalorienhaltigen Flüssigkeiten (z.B. Vollmilch, Rahm, Schokolade, Cola, alkoholische Getränke etc.) so viele Kalorien zu sich nehmen, dass Sie nicht an Gewicht verlieren, auch dann nicht, wenn Sie wenig essen!

Da das Magenband eine rigorose Umstellung Ihrer Ernährungsgewohnheiten nötig macht, ist es unumgänglich, dass Sie medizinisch engmaschig nachbetreut werden. Merken Sie sich bitte, dass das Magenband lediglich ein erster Schritt in einer langen Kette von mehreren Massnahmen zu einer langanhaltenden Gewichtsreduktion darstellt.

Fazit: Das Magenband allein, ohne zusätzliche “Therapie”, führt nicht zu einer langfristigen Gewichtsabnahme!

Quintessenz

Zusammenfassend ist festzustellen, dass eine Magenbandoperation nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Zusammenarbeit zwischen dem Patienten und den behandelnden Ärzten und Therapeuten konsequent und langfristig durchgeführt wird. Die Nachkontrollen bzw. die postoperative Betreuung sind gelegentlich etwas zeitintensiv. Es ist jedoch absolut notwendig, dass Sie sich die Zeit für diese Kontrollen und die Nachbehandlung nehmen, da nur so eine dauerhafte Gewichtsabnahme erreicht werden kann.

Bei Ihrem Vorhaben, Ihr Gewicht in den Griff zu bekommen, helfen wir Ihnen alle nach besten Kräften. Die wichtigste Person sind jedoch Sie selbst. Nur der Patient selbst hat es in der Hand, dass ein Magenband zu einer erfolgreichen und langanhaltenden Gewichtsreduktion führt. Wir Ärzte und Therapeuten können nur steuernd und im besten Fall korrigierend auf diesen Prozess einwirken. Die meiste Zeit sind Sie mit Ihrem Band nämlich auf sich allein gestellt! Diese Tatsache darf nie ausser Acht gelassen werden.

Nur wenn Sie willens sind, alle diese Voraussetzungen zu akzeptieren und sich auch positiv dazu einstellen, kann die Therapie erfolgreich sein. Sollten Sie aus irgend einem Grund unsere Nachbehandlung und –betreuung nicht wünschen oder negativ dazu eingestellt sein, wird die Therapie mit grösster Wahrscheinlichkeit scheitern.

Mit dieser kurzen Zusammenfassung möchten wir Sie auf keinen Fall entmutigen oder versuchen, Sie von Ihrem Vorhaben abzubringen. Ganz im Gegenteil möchten wir Ihnen den korrekten Weg aufzeigen, welcher nach einem Gastric-Banding einzugehen ist. Dies gilt aber prinzipiell auch für alle anderen chirurgischen Verfahren zur Gewichtsreduktion.

Wann kann das Magenband wieder entfernt werden?

Diese Frage wird von den meisten Patienten gestellt. Es hat sich gezeigt, dass Magenbandpatienten, bei denen das Band 3 Jahre nach der Operation entfernt wurde, nachdem diese ihr gewünschtes Sollgewicht erreicht hatten, ihr ursprüngliches Ausgangsgewicht (also das Gewicht vor der Operation!) innerhalb von 12 Monaten bereits wieder überschritten hatten (98% der Patienten!). Dies bedeutet, dass das Band prinzipiell lebenslang im Körper verbleiben muss. Neue experimentelle Untersuchungen zeigen, dass das Fettgewebe über die Jahre nach radikaler Gewichtsabnahme an Speicherfunktion verliert. Sollte nach vollständiger Öffnung des Bandes das Essverhalten nicht wieder geändert werden und das Gewicht nicht ansteigt, könnte eine Entfernung des Bandes allenfalls nach 8-10 Jahren in Erwägung gezogen werden. Da diese Trockenlegung der Speicherfunktion des Fettgewebes jedoch keineswegs gesichert ist, sollte die Entfernung des Magenbandes sehr gut überdacht werden.Selbstverständlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Band in einer Notfallsituation irgendwann einmal entfernt werden muss.

Probleme und Gefahren

Neuere Untersuchungen sowie unsere eigenen Erfahrungen zeigen, dass bei Magenbandpatienten im Laufe der Jahre gewisse Probleme mit der Speiseröhrenbeweglichkeit bzw. deren Pumpfunktion auftreten können. Diese Tatsache ist auf die dauerhafte (gewollte) Engstellung des Magenbandes zurückzuführen, gegen welche die Speiseröhre jahrelang "ankämpfen" muss. Andere uns bisher nicht bekannte Faktoren spielen sicher auch eine Rolle, da dieses Problem nur bei einer Minderzahl der Magenbandpatienten auftritt. Die Behandlung besteht primär darin, die Flüssigkeit aus dem Band vollständig abzulassen und allenfalls Medikamente einzusetzen, welche die Beweglichkeit der Speiseröhre verbessern. Nach einigen Wochen bis Monaten kann das Band dann versuchsweise wieder enger gestellt werden. Sollte sich die Speiseröhrenproblematik dann aber wieder einstellen, sollte das Magenband entfernt werden. Meistens wird dann in der gleichen Sitzung, selbstverständlich nach vorheriger ausführlicher Besprechung mit dem Patienten, entweder eine Magenbypassoperation oder eine Sleeve-Gastrektomie (Schlauchmagen) durchgeführt, um eine Gewichtszunahme zu verhindern. Da i.d.R. weder die Magenbypass- noch die Schlauchmagenoperation einen negativen Einfluss auf die Beweglichkeit der Speiseröhre haben, ist diese "Umwandlungsoperation" bei den meisten dieser Problempatienten sinnvoll.

Wichtiges zum Schluss

Eine solche Patienteninformation kann selbstverständlich nie sämtliche Details behandeln. Dafür ist dieses Thema viel zu komplex. Nur persönliche ausführliche Gespräche mit den behandelnden Ärzten sowie die Vorabklärungen können Klarheit darüber schaffen, ob eine Magenbandoperation nötig und v.a. sinnvoll ist oder ob davon abgesehen werden sollte. Auch mögliche Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen, welche durch die Magenbandimplantation auftreten können, müssen genauestens besprochen werden.

Trotzdem hoffen wir, Ihnen gewisse Einblicke über die laparoskopische Magenbandoperation gegeben zu haben und wünschen Ihnen viel Erfolg beim Kampf gegen Ihre Pfunde.

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